Willkommen auf der Website der Gemeinde Wettingen



Sprungnavigation

Von hier aus können Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4

Erhalt der identitätsstiftenden Bausubstanz

Mit der Beratung der Nutzungsplanung Schutzobjekte am 14. November 2019 im Einwohnerrat findet ein breit abgestützter Planungsprozess zum Thema Ortsbildschutz seinen Abschluss. Ortsbildschutz ist ein gesetzlicher Auftrag an die Gemeinden. Ein analoger Auftrag besteht aufgrund von zwei Vorstössen aus dem Einwohnerrat.

Wettingen darf auf eine bald 975-jährige Geschichte zurückblicken. Diese stolze Vergangenheit ist auch heute noch baulich erlebbar und stiftet Identität. Dies zeigt sich zum Beispiel auf der Klosterhalbinsel, im Dorf oder mit jüngeren Zeitzeugen im Langensteinquartier, das von der schwungvollen Entwicklung der BBC zeugt. Dokumentiert sind die ortsbildprägenden Gebäude der Gemeinde im kommunalen Bauinventar, das aktualisiert und um die Gebäude bis Baujahr 1980 ergänzt wurde. Die übergeordnete Gesetzgebung verpflichtet die Gemeinde zum Erhalt und Pflege ihres Ortsbilds und der schützenswerten Bauten. Ein analoger Auftrag besteht durch die beiden einwohnerrätlichen Motionen Ortsbild 1+2, die im Jahr 2012 überwiesen wurden. Nach einem mehrjährigen Inventarisierungs- und Planungsprozess legt der Gemeinderat dem Einwohnerrat nun eine austarierte Vorlage vor. Im Spannungsfeld zwischen Interessen der Grundeigentümer, gesetzlichem Auftrag von Bund und Kanton und Auftrag des Einwohnerrates hat der Gemeinderat mit Augenmass eine Wettingen-spezifische Lösung entwickelt.

Die Nutzungsplanung teilt die Gebäude aus dem Bauinventar ihrer Bedeutung entsprechend zwei Kategorien zu und enthält 58 geschützte sowie 36 inventarisierte Objekte. Für letztere gelten erhöhte Gestaltungsanforderungen für Veränderungen des äusseren Erscheinungsbildes; Ersatzneubauten bleiben im Gegensatz zu den geschützten Einzelbauten jedoch explizit zulässig. Bei allen Objekten betreffen die Vorschriften primär das ortsbildbestimmende äussere Erscheinungsbild der Gebäude. Entsprechend erhalten die Eigentümerinnen und Eigentümer im Gebäudeinneren weitgehende Handlungsfreiheit.

Gemeindeammann Roland Kuster schaut auf den mehrjährigen Planungsprozess zurück: "Aufgrund der öffentlichen Mitwirkung wurden die Nutzungsplanungs-Entwürfe markant angepasst. Dadurch stieg die Akzeptanz bei den betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümern deutlich. Dies zeigte sich in der darauffolgenden öffentlichen Auflage, in der nur noch wenige Einwendungen eingingen." Die Anliegen der Eigentümer wurden wo immer möglich in den vorgängigen Planungsphasen berücksichtigt. Deswegen ergab sich bei der Behandlung der Einwendungen kein weiterer Anpassungsspielraum mehr. Roland Kuster präzisiert jedoch: "Der Gemeinderat setzte sich im intensiven Diskurs mit dem Kanton stets stark für die Interessen der Eigentümerinnen und Eigentümer ein, ohne den Auftrag von Gesetz und Motionen aus den Augen zu verlieren. Während der Planungsphase konnten 19 Baugesuche bewilligt werden, die den Zielen der Vorlage entsprachen. Dies trug ebenfalls entscheidend zu deren Akzeptanz bei."

Mit der Behandlung der Teiländerung Nutzungsplanung Schutzobjekte (Ortsbild 1+2) im Einwohnerrat am 14. November 2019 endet ein über fünfjähriger Planungsprozess. Für die Eigentümerinnen und Eigentümer wird nun die notwendige Planungs- und Rechtssicherheit zur Weiterentwicklung ihrer Liegenschaften geschaffen, damit für die betroffenen Gebäude auch künftig eine vitale Nutzung möglich ist. Mit dem Erhalt der identitätsstiftenden Bausubstanz werden die wichtigen Entwick­lungs­schritte der Gemeinde abgebildet und die historischen Kerne entscheidend gestärkt, damit auch künftige Generationen die Vergangenheit Wettingens baulich erleben dürfen.



Datum der Neuigkeit 28. Okt. 2019


Druck Version  PDF