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Buchtipp 09/2021: Dragman. Steven Appleby

14. September 2021

Dragman

Graphic Novel von Steven Appleby
Schaltzeit Verlag, 2021

Im London einer nicht allzu fernen Zukunft hat ein Wissenschaftler endlich die menschliche Seele entdeckt. Seelen werden zum begehrten Gut, und Menschen in finanzieller Not verkaufen sie voreilig. An der Themse treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Er tötet Transfrauen und stiehlt ihnen die Seele. August Crimp hat keine andere Wahl und muss als Dragman und in Superheldenmanier die Welt retten. Gleichzeitig ist seine Frau wütend, weil sie ihm auf die Schliche gekommen ist, dass er eine Vorliebe für Frauenkleider hegt und ein Doppelleben führt. Crimp sollte also nebenbei auch noch seine Ehe retten. Diese Zwickmühle ist Auslöser einer fulminanten Story, in der Steven Appleby munter die Genres vermischt: Superheldenparodie, Serienmörder-Thriller, Science-Fiction, Satire und Gesellschaftskritik werden in dieser Graphic Novel vereint.

Die Metapher des maskierten Superhelden - gesellschaftlicher Aussenseiter einerseits, Liebling der Massen andererseits - transferiert Appleby geschickt auf das Doppelleben vieler Transmenschen. Dragman ist eine schwungvolle Geschichte, die auch Einblicke in die persönlichen Erfahrungen des Autors als Transfrau mit fluider Identität bietet. Erst als Mitfünfziger begann Appleby sein wahres Ich auszuleben. Mit Dragman hat er nun ein Statement für eine tolerantere Gesellschaft erschaffen, und dabei ist ihm der Spagat gelungen, trotz der Ernsthaftigkeit der Thematik immer auch ein Augenzwinkern mitschwingen zu lassen.

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