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Stellungnahme zu Limmattalbahn und OASE

13. Januar 2020
Der Gemeinderat Wettingen hat seine Stellungnahme zur Anpassung des kantonalen Richtplans eingereicht. Sie betrifft die Limmattalbahn im Abschnitt Killwangen – Baden sowie das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (rGVK OASE 2040).

Nach Auffassung des Gemeinderates sind die beiden Dossiers Limmattalbahn und Regionales Gesamtverkehrskonzept Ostaargau in gegenseitiger Abhängigkeit aufeinander abzustimmen und schliesslich in einer einzigen Richtplanvorlage zu behandeln und zusammenzuführen, um eine vollständige räumliche Abstimmung und ein politisch/finanziell nicht trennbares Paket zu erzielen.

Limmattalbahn

Mit der Limmattalbahn wird ein weiterer ÖV-Verkehrsträger das Gemeindegebiet von Wettingen und damit die Region Baden erschliessen. Eine Trasseeführung mit Anbindung der S-Bahn­haltstelle im Tägerhard ist sinnvoll. Es entsteht so ein attraktiver ÖV-Knotenpunkt mit minimalen Umsteigedistanzen und optimaler Anbindung ans Fuss- und Velonetz.

Mit Blick auf eine in den nächsten Jahren erfolgende Entwicklung Wettingens im Zentrum und einer möglichen Erweiterung des Gebiets im Osten der Gemeinde ist eine Linienführung über die Landstrasse unabdingbar und wurde 2014 in der Diskussion des Masterplanes Landstrasse mit der Bevölkerung so gefordert. Aufgrund laufender Entwicklungsvorhaben ist die in Aussicht gestellte Vertiefungsstudie betreffend Trasseeführung zügig an die Hand zu nehmen, um eine möglichst grosse Planungssicherheit zu erlangen. Die Limmattalbahn kann als Chance für die Entwicklung Wettingens betrachtet werden. Sie hat als Tram ausgestaltet die historisch gewachsene Siedlungsstruktur zu respektieren.

Regionales Gesamtverkehrskonzept Ostaargau

Wettingen unterstützt die Zentrumsentlastung Baden mit dem Martinsbergtunnel. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der OASE bildet die Sicherstellung des ungehinderten Zugangs und Abflusses der A1 sowie von zentralen Anschlussknoten des kommunalen Hauptnetzes (Hauptsammelstrassen) auf die Kantonsstrassen. Dies wurde bislang aus Sicht der Gemeinde zu wenig berücksichtigt und ist zwingend sicherzustellen.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Leistungsfähigkeitssteigerung des bestehenden A1-Anschlussknotens "Neuenhof/Wettingen Zentrum" zu.

Mit Vorliegen des gesamten OASE-Dossiers kann seitens Gemeinde erstmals eine Gesamtsicht zu den beiden Brückenelementen (Umnutzung Hochbrücke mit Sperrung für den Motorisierten Individualverkehr (MIV); Neubau Brücke bei ehemaligem Schlachthof) vorgenommen werden.

Der Bau einer neuen MIV-Brücke über die Limmat wird entschieden abgelehnt. Der Bau zusätzlicher Infrastrukturen für den MIV würde den notwendigen Umsteigeeffekt auf ÖV, Fuss- und Veloverkehr zu Nichte machen.

Die Notwendigkeit und der Nutzen einer kompletten Sperrung der Hochbrücke für den MIV aus städtebaulichen und verkehrlichen Gründen (Förderung ÖV, Fuss- und Veloverkehr) werden nicht ersichtlich. Die komplette Sperrung für den MIV und damit verbunden die Kappung der historischen, über die letzten mehr als hundert Jahre mit zentralörtlichen Nutzungen angereicherten Verbindungsachse zwischen Baden und Wettingen wäre aus Sicht des Gemeinderats für Wettingen wie Baden aus städtebaulicher und verkehrlicher Sicht mit deutlich mehr Risiken als Chancen verbunden.

Eine Verlagerung des MIV auf den Fuss- und Radverkehr sowie den öffentlichen Verkehr wird begrüsst.

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